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Innovative Konzepte und Szenarien aus dem Lehrlabor

Aufarbeitung der eigenen Institutsgeschichte für einen Projekt-Blog

Studierende erforschen die wechselvolle Geschichte des eigenen kunstgeschichtlichen Instituts anhand lokaler Archivalien und bereiten die Ergebnisse in einem Blog digital auf.

Metadaten

  • Lehrende: Fleckner, Uwe, Wenderholm, Iris
  • CC-Lizenz: CC-BY (Bearbeitung erlaubt unter Namensnennung)
  • Zitiervorschlag:
    Fleckner, Uwe/Wenderholm, Iris (2020): Aufarbeitung der eigenen Institutsgeschichte für einen Projekt-Blog. Hamburg: StoryPool. URL:

Maßnahme

Vorbereitend wurde eine gründliche Erstsichtung der Archivalien vorgenommen, wichtige Archivalien identifiziert sowie Ansprechpartner:innen an betreffenden Institutionen (ausgewählte Archive, Museen u.a.) für das Projekt gewonnen. Als Einstiegshilfe wurde eine kleine Bibliographie erstellt.

Im Seminar ("Projektseminar Lebendige Fachgeschichte") wurde das Material dann von Studierenden in Kleingruppen unter forschungsleitenden Gesichtspunkten analysiert. Sie dokumentierten laufende Arbeiten und Erkenntnisse mittels einer selbst entwickelten Ablagetechnik auf Excel, auf die alle Zugriff hatten. Besonders aussagekräftige Archivalien wurden in einem Reader gesammelt und bei den betreffenden Archiven bestellt.
Die Arbeitsgruppen präsentierten den aktuellen Stand zudem in den Präsenzsitzungen.
Eine relativ offene Form von Beiträgen erschien (auch aufgrund des begrenzten Zeitrahmens) als schnellste und beste Publikationsform: Kurze oder lange Texte, Archivalien oder Exzerpte, Inseln oder zusammenhängende Themengebiete wurden auf dem Blog veröffentlicht. Die Studierenden erarbeiteten zudem eine Chronologie der Institutsgeschichte.

Verbindung zum klassischen Lehrformat:

  • Vorlesung
  • Seminar
  • Übung
  • Projekt
  • Praktikum
  • Prüfung
  • Selbststudium
  • Vorkurs
  • Sonstiges

Mit dieser Maßnahme werden primär gefördert:

  • Rezeptive Aktivitäten (Lesen, Anschauen, Zuhören)
  • Übende Aktivitäten (Ausprobieren, Routinebildung etc.)
  • Produktive Aktivitäten (Schaffung eigener Inhalte)
  • Organisatorische Aktivitäten (Koordination, Vernetzung etc.)

Rolle von digitalen Medien:

  • Keine nennenswerte Rolle (bspw. primär Präsenzlehre)
  • Eine gewisse bzw. mäßige Rolle (bspw. hybrides Lehrformat)
  • Eine zentrale Rolle (bspw. Online-Lehre)

Beziehung zur Forschung:

  • Forschung fließt als Inhalt ein (Studierende können sich zu Ergebnissen und/oder Prozessen des Forschens kundig machen)
  • Forschung ist das Ziel der Lehrmaßnahme (Studierende üben das Hand- und Denkwerkzeug für eigene Forschungsaktivitäten ein)
  • Forschung ist der Modus der Lehrmaßnahme (Studierende werden selbst forschend tätig)
  • Die Lehrmaßnahme dient dazu, die Voraussetzung für forschungsnahes Lernen zu schaffen.
  • Sonstige
  • Keine

Verortung im didaktischen Dreieck:

  • Inhalte für die Studierenden auswählen, anordnen, darstellen, erklären, (digital) aufbereiten, interaktiv machen etc.
  • Studierende methodisch darin unterstützen, sich Inhalte (allein oder in der Gruppe) anzueignen, zu verstehen, anzuwenden, weiterzuentwickeln, selbst zu generieren etc.
  • Als Lehrende*r mit den Studierenden in Kontakt kommen und in Interaktion treten (Feedback, Kommunikation etc.)
  • Die Lehrorganisation verändern, die für die Beziehung zwischen Inhalten, Studierenden und mir als Lehrende*r von Bedeutung ist

Grund

Die bisherige Chronik des Kunstgeschichtlichen Seminars sollte durch gezielte Archivrecherchen und eigene Schwerpunktsetzungen um weitere Aspekte bereichert werden.
Archivarbeit, Dokumentation von Ergebnissen sowie Konzeption unterschiedlicher Vermittlungs- und Ausstellungsstrategien sollten von den Studierenden erprobt werden, um ein komplexes fachgeschichtliches Thema aufzuarbeiten und zugleich wichtige berufsbezogene Kompetenzen des Fachs Kunstgeschichte zu erproben. So sollten eigene berufliche Perspektiven an Kontur gewinnen und die Attraktivität des eigenen Studiums gesteigert werden. Die Publikation im Blog diente nicht nur zur Ergebnissicherung, sondern ermöglichte den Studierenden auch frühe Autor:innenschaft und Sichtbarkeit ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
Die "lebendige Fachgeschichte" bietet ein hohes Potenzial an Identifikation mit dem eigenen Fach und schafft ein Bewusstsein für fachgeschichtliche Fragestellungen, was in Hinblick auf das fachliche Selbstverständnis und aktuelle fachpolitische Diskussionen sehr wünschenswert erscheint.

Grund für die Entwicklung:

  • Akutes Defizit bzw. akuter Konflikt
  • Bestehendes bzw. strukturelles Problem
  • Vorweggenommene Herausforderung
  • Persönliches professionelles Anliegen
  • Impuls aus meinem Umfeld
  • Sonstiges

Kontext

Das "Projektseminar Lebendige Fachgeschichte" richtete sich an fortgeschrittene Studierende im Bachelor Kunstgeschichte und umfasste ein Semester. Im Curriculum deckte das Seminar den Bereich Theorie und Methoden ab.
Das Seminar konnte mit zusätzlichen Personalmitteln im Vorfeld vorbereitet werden, so bspw. die Herstellung von Kontakten zu den lokalen Museen und anderen bedeutsamen Institutionen (hier: Warburg-Haus, Museum für Kunst und Gewerbe u.a.).

Diese Maßnahme wurde mit Mitteln des BMBF unter dem Förderkennzeichen 01PL17033 im Rahmen des Lehrlabors (Universitätskolleg, Universität Hamburg) entwickelt.

Projekttitel: "Projektseminar Lebendige Fachgeschichte"
Förderzeitraum: 01.07.2017–31.03.2018

Meine Maßnahme ist entstanden und hat sich bewährt an einer:

  • Universität
  • Fachhochschule
  • Dualen Hochschule
  • Pädagogischen Hochschule
  • Sonstiges

Meine Maßnahme ist in folgender Disziplin (oder mehreren) zu verorten:

  • Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • Geisteswissenschaften
  • Lehrerbildung
  • Rechtswissenschaften
  • Kunst, Design-Wissenschaften
  • Medizin (inkl. Gesundheitswissenschaften)
  • Interdisziplinäre Bereiche
  • Sonstiges

Primäre Zielgruppe meiner Maßnahme:

  • Studieninteressierte
  • Studienanfänger*innen
  • Fortgeschrittene Studierende im Bachelor (oder 1. Studienabschnitt)
  • Studierende am Ende des Bachelorstudiums (oder 1. Studienabschnitts)
  • Studierende im Masterstudium (oder 2. Studienabschnitt)
  • Doktoranden oder Postdocs

Kräfte

Es gibt ein zunehmendes Interesse der Studierenden an der Erarbeitung grundlegender methodischer Instrumente.
Archivrecherche, Ausstellungskonzeption und mediale Präsentationsformen sind im normalen Lehrplan zu wenig angebotene, wichtige berufsbezogene Kompetenzen für Kunsthistoriker.

Widersprüchliche Anforderungen, die bei der Maßnahme eine Rolle spielen:

  • Selbst- und Fremdorganisation
  • Lernen durch Zuhören/Lesen/Zusehen und Lernen durch eigenes Tun
  • Analoge und digitale Erfahrungswelten
  • Individuelles und soziales Lernen
  • Fachliche und überfachliche Kompetenzentwicklung
  • Exemplarische und vollständige Lerninhalte
  • Fachsystematische und lernsystematische Vorgehensweisen
  • Sonstige
  • Keine

Wirkungen

- Die komplexe Thematik und aufwendige Archivrecherchen (mit institutionellen Restriktionen) führten zu einem hohen Arbeitsaufwand für die kleine Gruppe Studierender.
- Studierende identifizierten im Verlauf weitere Themengebiete, die über die vorab festgelegten hinausgingen.
- Berufsqualifizierende Kompetenzen wie Archivarbeit und Konzeption von Vermittlungs- und Ausstellungsstrategien wurden im Rahmen des Projektseminars erprobt.
- Der Blog bietet die Möglichkeit, auch später weiter an den Ergebnissen zu arbeiten und sich mit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit auszutauschen.

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